Am 3.Juni 2008 ging in der russischen Provinzstadt Woronesch ein einmaliges Spektakel über die Bühne. Circa 20 Schlosshunde aus Russland, Deutschland, Österreich und den ehemaligen Staaten der Sowjetunion trafen sich am örtlichen Bahnhof, um gemeinsam zu feiern. Um 21 Uhr ging es los und anfänglich lief das Fest in der Empfangshalle friedlich über die Bühne, doch mit fortschreitender Stunde und dem Wechsel auf den berüchtigten Bahnsteig 5 (wir berichteten in der letzten Ausgabe) begann das Fest auszuufern und die Schlosshunde stimmten vereinzelt erste Geheule an.
Der Versuch des russischen Geheimdienstes das Treffen mit Wasserangriffen aufzulösen (diese getarnt als „Regen“, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern) schlug fehl, da die, scheinbar erfahrenen, Schlosshunde sich mit sogenannten „Sontiken“ bewaffneten. Das ist ein spezielles Gerät, welches die, in jahrelanger Forschungsarbeit entwickelte „Regenwasserwaffe“ im Nu unschädlich machte.
Gegen 21.40 Uhr setzte die Gesellschaft zu ihrem großen Finale an, das in einem gemeinsamen Geheul aller Schlosshunde gipfelte, gegen 21.52 Uhr aber ein abruptes Ende nahm (Grund unbekannt, es wird ermittelt). Die Masse verließ Plattform 5 und löste sich auf.
Trotz striktem Versammlungsverbot seitens der Behörde, gehen schon Gerichte über Pläne für ein 2.Treffen um. Dieses soll in 3-4 Wochen über die Bühne gehen. Wir werden berichten.
Ihr Team von den Murmelnews
Murmel89 - 7. Jun, 22:55
...in zweieinhalb Stunden geht mein Zug nach Moskau...*seufz*
Hier der erste Teil meines Nachrufs
Worauf ich mich freue
Wasser rund um die Uhr, warm und kalt
Leitungswasser trinken
Ausgang rund um die Uhr
Backerbsen
einen Besuch beim Friseur (jap, ich hab mich hier nicht getraut, zu groß war die Angst, dass ich mit Stirnfransen heimkomm, weil ich mich nicht gut genug ausdrücken kann)
freundliche Verkäuferinnen
im Alltag deutsch zu reden
fernsehen (jap)
internetsurfen ohne aufs Downloadvolumen zu schaun
beim spazierengehen nicht ständig auf den Boden achten zu müssen aus Angst in einem 2m tiefen Schlagloch auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden
Fahrpläne für Öffis, die mir genau sagen wo ich landen werde, wenn ich einen Bus besteige
ein Backrohr
in einem Restaurant die Gerichte in logischer Reihenfolge zu bekommen (nicht erst Pommes, dann Suppe, dann Hauptspeise und irgendwann zwischendurch den Salat)
trockenen Wein
Was ich vermissen werde
Syrki (kleine süße Topfendinger mit Schoko umhüllt)
Wareniki
alle meine neu gewonnenen Freunde (nicht vergessen, man sieht sich immer 2x im Leben :-))
meine Studis
Räucherkäse
im Alltag russisch zu reden
russischen Wodka
Marschrutkas (he, kann ich aussteigen, auch wenn hier keine Haltestelle is? Klar!)
Wohnheimpartys
kleine gemütliche Teeumtrünke zu so ziemlich jedem Anlass
Trinksprüche die nicht einfach nur aus „Prost“ bestehen
russisches Fastfood (Slojki, Piroschki & Co)
die Ruhe im Wohnheim an einem Sonntagmorgen
Tort Napoleon
und wenn ich daheim bin liebe Kinder, erzähl ich euch noch die Geschichte wie ich dachte, ich kann einfach auf ein russisches Postamt gehn, mein Paket mit Absender und Adresse versehen, es abschicken und wieder heimgehn...eine fiktive Geschichte, aber das erkennt man ja schon am Klappentext... :-)
Murmel89 - 3. Jun, 19:14
das wollt i immer schon mal machen, in ne andre Klimazone fliegen *ggg*
Mein Heimkehrwetter am Mittwoch

Murmel89 - 1. Jun, 15:36
...spart euch den neuen Indiana Jones...ja SO ein Scheiß, der is sein Geld echt nicht wert...
Murmel89 - 31. Mai, 21:25
...mein letzter Tag als Sprachassistentin an der WGPU in Russland.
Nachdem irgendwie alles auf den heutigen Tag zusammengerutscht ist hatte ich vier Doppelstunden, die mich nochmal durch sämtliche Emotionen gejagt haben, von Freude über Wut zu Enttäuschung und Rührung...und auch ein bisschen Wehmut, dass mein Jahr hier wie im Flug vergangen ist. Es kommt mir vor wie gestern, dass ich völlig zerstört am Morgen des 18.September, nach ner furchtbaren Nacht in der russischen Bahn, ebendieser entsprungen (naja, eher entkrochen) bin und dort von Judith und Tanja in Beschlag genommen wurde...auf Deutsch...welche Wohltat!
Ich werde jetzt noch nicht meinen Nachruf schreiben, aber der erste richtige Abschied war da, der von meinen Studis...in der Position Doris am „Rednerpult“ und meine Anhängerschar an den Zuhörertischen...wo sie selbst in der letzten Stunde, als ich nach einem Feedbackbogen gebettelt habe noch mehr oder weniger geduldig ausgeharrt haben...ja ich weiß, wie sehr euch diese Bögen nerven, aber mir war es wichtig.
Es gab viel Lob, ein paar Kritikpunkte, aber abgrundtiefe Antiphatie hab ich nirgends geerntet, was mir zeigt, dass es wohl nicht ganz so falsch war, was ich dieses Jahr hier an der Uni gemacht habe.
Ich danke jedenfalls all meinen Studis für ihre Aufmerksamkeit, die Geduld mit mir, wenn ich wieder mal, aufgrund erhöhten Koffeinkonsums, in einem Affentempo geredet habe und sie mir deshalb nur schwer folgen konnten, aber die verständnislosen Blicke haben mich meist schnell wieder runtergeholt.
Zum Schluß mein Lieblingsabschieds“brief“...und nein, von mir hat diese Person dieses Wort nicht :-))
„Mir hat alles gefallen. Die Hauptsache ist, Scheiße, dass du wegfährst!“
Alles weitere Rührselige folgt bei meinem Abschiedseintrag, wenn ich in ein paar Tagen dann endgültig Russland den Rücken kehre um mich wieder auf österreichischen Boden zu begeben.
Murmel89 - 29. Mai, 19:20